Fußball-WM-Camp für Väter und Söhne vom 02. - 04. Juli 2010 in Werdau


„Das Runde muss ins Eckige“

Die Überschrift ist eine „Binsenweisheit“. Schließlich muss der Ball ins Tor, klar. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut. Deutschland hatte in mehreren WM-Spielen gleich viermal Erfolg. Bloß gegen Spanien gelang kein Tor – aus war es mit dem Finale. Vielleicht hätte eine Erinnerung an den Präsidenten des VfL Bochum Werner Altegoer geholfen: „Man trifft immer nur dann ein Tor, wenn man auf die Bude schießt.“ *
Wenn der (Tor-)Schütze das Ziel verfehlt, ist das in der Sprache antiker Krieger – für uns heute ganz verblüffend - „Sünde“! Im „Spiel des Lebens“ zielt jeder auch, fragt sich nur: Worauf? Was, wenn man(n) da nicht trifft? Und hinten soll der Kasten auch noch sauber gehalten werden! Ganz schön kompliziert, das alles unter einen Hut zu bringen. Oder wie Mario Basler tiefsinnig festhält: „Wenn der Ball am Torwart vorbeigeht, ist es meist ein Tor.“ * Mitunter ist das richtige Leben unbarmherziger als der Fußball, denn: „Im 5-Meter-Raum darf der Torwart nicht angegangen werden. Da ist er eine heilige Kuh.“ (Franz Beckenbauer) *.
„Geht’s ‚raus, spielt’s Fußball!“. Auch ein flotter Spruch des „Kaisers“, dem das Leben scheinbar leicht von der Hand geht. Er gewann als „Teamchef“ mit seiner Mannschaft 1990 in Rom den Weltmeistertitel.
An diesem Fußball-WM-Wochenende haben 31 Jungen und Männer „sein“ Motto befolgt - bei bis zu 35 Grad im Schatten, den es auf dem Spielfeld nicht gibt! Abkühlung bot der Swimmingpool der Sportschule in Werdau – eine Elixier für geschaffte Kicker.
"Der Trainer ist meist das ärmste Schwein.“ (Mario Basler) *. 
Wenn ein Mannschaft gewinnt, lobt man die Spieler; wenn sie (dauernd) verliert, wird der Trainer gefeuert. Wie auch immer – er ist die Schlüsselfigur. Er arbeitet Strategie und Taktik aus, mit der die Elf zum Erfolg kommen will. Er schaut sich die Gegner genau an, kennt Stärken und Schwächen seiner Mannen.
Der Trainer beobachtet, analysiert und gibt die Marschrichtung für das Match vor. Als Coach spricht er mit der Mannschaft und mit einzelnen Spielern, baut sie regelrecht auf. Mitunter – in der Kabine – redet er auch auf sie ein. Er muss handeln, wenn Spieler handlungsunfähig werden – ganz gleich, ob aus gesundheitlichen Gründen oder wegen einer roten Karte. Denn das Spiel findet statt, geht weiter, der Sieg wird nicht zu den Akten gelegt...
Wie im richtigen Leben – jeder Tag ist ein neues Match mit offenem Ausgang. Trotzdem muss ich wissen, was ich erreichen will. Gut, wer einen erfahrenen Coach hat, der das Leben und die möglichen „Gegner“ kennt, der bei eigenen Handicaps (Ersatz-)Lösungen parat hat. Ein Coach für alle Fälle – das wär’s! Ob das (m)ein Vater sein kann? Oder ein anderer Mann?
Ein nachdenkenswerter Satz ist das geflügelte Wort Sepp Herbergers: „Elf Freunde sollt ihr sein.“ Ob das in Zeiten von Superstars und kickenden Millionären noch uneingeschränkte Zustimmung findet, ist fraglich. Zu Beginn der WM – am 10.6.2010 – wollte „Das Erste“ vom „eingedeutschten Brasilianer“ Cacau wissen, wie er sich gegen seine Konkurrenten (z. B. Klose) im Sturm der deutschen Mannschaft durchsetzen wird? In seiner typisch sanften Sprechweise erklärte er:
„Ja, wir müssen ein Gleichgewicht finden zwischen Konkurrenzkampf und Partnerschaft. Aber wir sind vor allem Dingen ein Team und spielen miteinander.“ Und füreinander, denn Fußball ist ein Mannschaftsspiel. Da kann einer glänzen, aber allein gewinnen geht nicht. „Der Star ist die Mannschaft.“, bringt es auf den Punkt! Die deutsche Nationalmannschaft jedenfalls hatte sehr gute Spieler, aber keinen „Star“. Und sie hat es ohne Titel dennoch weit gebracht - zur Freude der Fans.
Gut, wer nicht nur Kumpel, Kollegen, Kumpane, sondern echte Freunde hat. Freundschaft bedeutet gepflegte Beziehung, geben und nehmen, hören und reden, vertrauen und vertrauenswürdig sein. Sie ist auf Dauer angelegt.
Ein treuer Freund ist nicht mit Geld zu bezahlen, und sein Wert ist nicht hoch genug zu schätzen. (Sirach 6,15) Die Bibel nennt gläubige Menschen Freunde Gottes. Jesus macht seine Anhänger zu seinen Freunden. Übrigens: Cacau ist einer von ihnen. Freunde gewinnen. Wer will das nicht?!

* Zitate aus „Ein Tor würde dem Spiel gut tun. Das ultimative Buch der Fußball-Wahrheiten“ von Ben Redelings

Text und Fotos: Norman und Thomas Lieberwirth


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