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Vater
& Sohn-Segel-Rüstzeit |
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Zugegeben: so ganz neu waren die Ufer nicht, die sächsische Männer mit der allzu gut vertrauten „Storebaelt“ ansteuerten. In gewisser Weise sind die Gewässer und Gestade für Hollands Segelschiffe „überschaubar“. Wer das erste Mal an Bord ist, den umfängt das ungewohnte, maritime Flair. Und zu entdecken gibt’s allemal viel Neues. Auch die „alt gedienten“ Seemänner Sachsens gewannen durchaus neue Eindrücke. Beispielsweise bei einer meisterlichen Einfahrt des Skippers samt Anlegemanöver im viel zu kleinen und schon völlig „zugeparkten“ Hafen von Vlieland. In einem Zug vom Meer durch die schmale Einfahrt an die letzte freie Lücke, die viel zu klein schien. Die versammelten Besatzungen der schon vertäuten Schiffe sparten nicht mit lauter Anerkennung für Theo, den Kapitän unseres Segelschiffs. Weniger glücklich war er einen Tag später: Segeln zwar mit erfreulich starkem Wind, aber dafür mit offensichtlich „mörderischen“ Zahnschmerzen hielten seine Freude am Törn sichtlich in Grenzen. Bedauerlicherweise fand er nicht schon im nächsten Hafen auf Terschelling, sondern erst am übernächsten Tag Hilfe – auf dem Festland! Manchmal kommt es eben richtig „dicke“! Insofern hatte des Thema
durchaus seine sehr hintergründige Bedeutung: Vom Jungen bis zum „gestandenen“
Mann - alle mussten auf einem wenig vertrauten Verkehrsmittel neue
Handgriffe gemeinsam ausführen lernen. Und zudem das Ganze auf Kommando -
des Skippers bzw. Bootsmanns! Was bedeutet das
geflügelte Wort von der „christlichen Seefahrt“? Die Antwort könnte
in dem Sprichwort liegen: „Auf hoher See und vor Gott sind alle Menschen
gleich.“ Mann ist - den Elementen aufgeliefert und fern des üblichen
Alltagstrubels - viel eher bereit, Existenzfragen zu bedenken und sich
darüber mit seinesgleichen auszutauschen. Und die Söhne befanden in
einer Diskussion unter sich, dass die Väter zu wenig Annerkennung für
sie übrig haben. „Nicht kritisiert ist genug gelobt“, scheint nach wie
vor das gängige Erziehungsmotto vieler Männer zu sein. Wie aber soll
sich ein Junge fürs Leben orientieren, wenn die Rückmeldung seines
väterlichen Vor-Bildes in der Regel nur aus Kritik besteht? Wer ins Boot steigt und
segeln will, braucht Wind, Flaute ist „tödlich“. Aber der
Wind weht, wo er will. Das leuchtet nicht jedem gestandenem
(frommen) Mann gleich ein. So diskutiert Nikodemus mit Jesus darüber, wie
frischer Wind in sein Leben kommen kann. Ein Thema für viele jüngere und
ältere Männer, die den Kurs fürs Leben noch nicht gefunden haben. Wie
leicht gerät da einer in Gefahr z. B. an der Steilküste.
Gerade deshalb ist die Seefahrt auf gutes
Licht für gute Sicht angewiesen. Dadurch lassen sich die
eigene Position bestimmen und der richtige Kurs halten. So hört sich die
„Tatsachenentscheidung“ Jesu „Ihr seid das Licht der Welt“
einleuchtend an! Aber wie ist das Licht des Lebens von Irrlichtern zu
unterscheiden? Text: Thomas Lieberwirth
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