Männerarbeit der Ev.-Luth.
Landeskirche Sachsens
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Fußball-EM-Camp der Männerarbeit 
in der Landessportschule Werdau


13. - 15. Juni 2008


„Vor den Spielen schließe ich mich immer für einen Moment ein, um in Ruhe beten zu können. .. (ich) bete zu Gott, dass er mich bewahren möge, und... ich weiß, dass ER alles richtig macht, egal wie es ausgeht.“

Gerald Asamoah alias Blondie über das DFB-Pokalfinale 2001 im Berliner Olympia-Stadion
(aus „Fußball-Gott“, Asslar 2002)

Klar , jeder Fußballer will siegen. Das ist bei 30 Jungen und Vätern nicht anders als bei Profis. Aber gerade darin erweist sich Sportsgeist, dass der Gewinn eines Spiels nicht mit allen Mitteln erzwungen wird – auch nicht mit Gottes Hilfe. Aber das ein Mann wie Gerald Asamoah das Ergebnis eines Spiels buchstäblich aus Gottes Hand nimmt, zeichnet seine sportliche und menschliche Größe aus. Er bleibt am Ball – eben nicht nur auf dem „heiligen Rasen“, sondern im ganzen Spiel des Lebens. Diesen Pass kann Mann nur aufnehmen und den Ball weiter in Bewegung halten. Dazu muss jeder kleine und große Kicker auch etwas Ball-Technik erlernen, üben, sein Können vervollkommnen. Insofern war das Fußball-Camp ein Trainingslager für die schönste Nebensache der Welt genauso wie für das Leben selbst. Da wurde gedribbelt und gepasst, kombiniert und abgezogen, da wurde verteidigt und es „klingelte im Kasten“ – auf dem Spielfeld.
In der „Kabine“ wurde Bibel gelesen und gebetet, gesungen und gejubelt. Das eine mit einer Vater & Sohn-Mini-Band, zusammengesetzt aus „Andy & Frank“ und verstärkt mit dem zwölfjährigen Samuel, der sowohl Perkussion als auch Fußball bestens beherrscht. Das männliche Publikum war begeistert.

Die Vater-Sohn-Teams gaben zu Beginn des sportlichen Wochenendes einen interessanten Einblick in ihre Familienmannschaften – wer besetzt welche Position (vom Vereinschef bis zum Mittelstürmer). Jeder hat seine und füllt sie aus, hoffentlich so, dass die ganze (Familien-)Truppe gewinnt.
„Von Ersten und Letzten... und denen dazwischen“ ist nicht nur ein sportliches Thema (Matthäus 20, 1-16). Wie ist das mit den Chancenlosen, die – nicht nur auf dem Bolzplatz – keiner in seiner Mannschaft will? Wer nimmt sie doch noch, was kriegen sie dafür? Was macht Mann, wenn er auf der „Transferliste steht“, aber keiner greift zu? Ein Vater berichtet, wie er diese Zeit nutzt, indem er sich besonders als Elternsprecher in der Schule – (nicht nur) für seinen Sohn – engagiert. Dabei war er bei einer Klassenfahrt zum „väterlichen Freund“ für andere Kinder geworden. Männer coachen Kinder für’s Leben - Klasse! Wie nötig, aber auch wie schwierig das mitunter sein kann, darum dreht sich das Nachtgespräch einiger Väter, nachdem das Fußballprogramm lange zu Ende war. Keine Frage: Väter nehmen ihre Aufgabe ernst.

Was wäre Fußball ohne Aufstiegschance? Wie hatten sich die Fans des FC Erzgebirge Aue 2003 gefreut, als das Ziel 2. Liga endlich erreicht war?! „Itze sei mir a miet dorrbei!“ , war da auf T-Shirts und Fahnen zu lesen. Ein Satz mit Symbolwert: endlich am ersehnten Ziel ankommen, (ganz) oben dazugehören! Das ist ein geradezu biblisches Motto.
Wie war das gleich mit den zwei Gangstern links und rechts vom gekreuzigten Jesus? (Lukas 23, 39ff) Einer macht sich kurz vorm Tod lustig über den Mann in der Mitte. Der andere sagt schnell seine letzte Bitte „Denk’ an mich, Jesus, wenn du in dein Reich kommst!“ Jesus antwortet prompt: „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ Angesichts diese Tempos fragt man sich, wie gestandene Männer (Die Toten Hosen) singen konnten „Ich will nicht ins Paradies, wenn der Weg dahin so schwierig ist...“ Denn erstens: seit wann scheuen gestandene Männer Anstrengungen, vor allem dann, wenn’s um den (letzten) Aufstieg des Lebens geht? Und zweitens: so schwer ist es eben nicht, im Gegenteil – ein Gebet reicht! Wer’s glaubt, wird selig. Oder für Fußballfans: am Ball bleiben!

 


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