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![]() Die Erlebnisse dieser Tage und die Gespräche über Glauben und Leben entwickelten eine eigene Dynamik. Manch einer hat persönliche Fragen unter vier Augen besprochen oder sein Glaubensverhältnis zu Jesus verbindlich gemacht. Der Kontakt zwischen Jungen und Männern – nicht nur den eigenen Vätern – spielte auf dieser Rüstzeit eine
besondere Rolle. Zu erleben, dass Männer Fragen haben, wie sie ihr Leben
mit dem Glauben in Übereinstimmung bringen (wollen), wenn Männer
miteinander beten - das war für manchen der Jungs neu, aber höchst
aufschlussreich. Die gute Stimmung zwischen den Teilnehmern
unterschiedlichen Alters förderte auch der gemeinsame „Staudamm“-Bau am
Gebirgsbach. Am Ende drehte sich ein Wasserrad munter in der Strömung
gerade so, als wollte es sagen: So bringt Gott Bewegung ins Leben! Das
galt genauso für den Nachmittag bei Volley- und Fußball. Beim Kicken in
„altersreinen“ Mannschaften sah die Männertruppe - trotz ehrenwertem
Bemühens - doch etwas „alt“ aus.
Eine Rüstzeit in dieser Mischung mit starken Gegensätzen gab’s bisher so noch nicht:
Und nein: die gängigen (Vor-)Urteile über das Land und seine Leute haben sich für die Gruppe nicht bestätigt! Sowohl landschaftlich als auch kulturell waren die Männer beeindruckt von dem, was sie gesehen und erlebt haben. Das gilt ganz besonders für den Besuch der für Deutsche so problematischen Gedenkstätte in Auschwitz. Vorbereitet darauf hatten sich alle am Abend vorher mit dem Film „Schindlers Liste“. Das war angesichts des Alters mancher Jungen ein Wagnis, unsere Exkursionsleiterin vor Ort sprach uns darauf an. Normalerweise besuchen Jugendliche erst ab 15 Jahren das ehemalige Vernichtungslager. Die Tatsache jedoch, dass unsere sechs jungen Männer zwischen 12 und 15 Jahren mit Vätern bzw. Opa angereist waren und die bewusste Vor- und Nachbereitung dieser schwierigen Exkursion zerstreuten berechtigte Bedenken. Die Bilder von den Spuren deutschen Unheils graben sich tief ein in die Seele des Betrachters. Das Nach-Gespräch abends am Lagerfeuer zeigte, wie sehr jeder einzelne damit zu tun, diese zu verarbeiten. Das zu leisten erfordert von Mann zu Mann unterschiedliche Mühe. Ganz im Kontrast dazu - dennoch in historischem Bezug - stand der Besuch der quirligen, schön restaurierten Altstadt von Krakau – eine wirklich sehenswerte Metropole. Ach ja, es gab auch weniger schönes: dazu gehört zweifellos ein sehr stark wachsendes Verkehrsaufkommen. Das zeugt einerseits von einer aufstrebenden Wirtschaft, macht aber andererseits auf den meisten (Land-)Straßen das Vorankommen auf zwei und vier Rädern mitunter ziemlich mühselig. Den Bikern hat’s bisweilen den Spaß verdorben – zum Glück „nur“ bei Ausfahrten!. Die Segnungsrunde am letzten Abend nahm die Erfahrungen eines Jeden während der Tage auf. Männer vergewisserten sich unter dem persönlichen Zuspruchs der Mitarbeiter ihrer nächsten Schritte auf ihrem individuellen Lebensweg. Das gilt für den unsicheren 12jährigen genauso wie für den gestanden „Biker-Senior“ mit 70 Jahren. Thomas Lieberwirth
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