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34 Männer von elf bis 66
Jahren im holländischen Wattenmeer
„Kinder kriegen die Leute
immer.“ Dieser Satz Konrad Adenauers stimmt – wie wir heute wissen –
so nicht (mehr). Schon in alttestamentlichen Zeiten litten Menschen unter
unfreiwilliger Kinderlosigkeit. Zum Beispiel Hanna (1. Sam. 1) – sie
klagt Gott dieses Leid. Nur die Männer um sie herum verstehen sie nicht,
weder Elkana, ihr Ehemann, noch Eli, der altersschwache Priester. Aber die
beiden mühen sich redlich Hanna mit Worten zu trösten, und das mit einem
gewissen Erfolg.
Dann aber wird die bisher kinderlose Außenseiterin der damaligen
Gesellschaft doch noch schwanger und bringt ihren Sohn Samuel zur Welt.
Was für ein Segen! Aus ihm wird ein Gottes-Mann mit besonderem Auftrag
für die Nation Israel. Zunächst aber muss er als Junge bei Eli lernen,
wie man(n) Gott richtig versteht. Das ist auch für den alt gedienten Eli
keine einfache Lektion! Und schließlich wird Samuel im Alter (wie sein
Lehrmeister Eli übrigens auch) feststellen, dass seine eigenen Söhne
ganz andere (gottlose) Wege gehen. Für gläubige Männer mit Sicherheit
eine schmerzhafte Erfahrung.
Diese alte Geschichte mit
all ihren Facetten war der Hintergrund für die Gespräche mit den 34
jungen und gestandenen Männern. Was haben sie empfunden, als sie das
erste Mal Vater wurden? Wie haben sie ihr Kind begleitet hinein ins Leben?
Was sind ihre väterlichen Gedanken im Blick auf die Zukunft der
heranwachsenden Männer? Wie lang lassen Väter die Zügel ihrer Söhne,
was vermitteln sie ihnen? Woran sollen die Heranwachsenden glauben?
Da
ist so ein Segelschiff für eine Woche nicht nur Quartier, „Kirche“,
Verkehrmittel und Abenteuererlebnis. Vielmehr wird es auch zu einem Symbol
für das (Männer-)Leben selbst. Wenn es den Hafen verlässt, wohin
steuert der Kapitän? Er sollte sich auskennen in den fremden Gewässern
mit den Untiefen des Lebens! Wie will Mann sein Ziel anlaufen, wenn der
Wind dem Kurs entgegensteht?
Wichtige Fragen mit spannenden Antworten, die sich die Männer auch
gegenseitig gegeben haben. Da war der Abend über die zukünftigen Frauen
der Söhne. Letztere hatten sich in einer eigenen Gruppe Gedanken darüber
gemacht – die Väter ebenfalls. Erstaunlich, welche „Kriterien“ dann
gemeinsam vorgetragen wurden über Liebe, Vertrauen, Aussehen, Bildung und
Lebensüberzeugung. Die Jungs wissen durchaus, was sie wollen, da kann
Mann sich als Vater freuen. Ganz stark war der Abend in der Dämmerung an
Deck, als Männer erzählten, wie sie zum Glauben kamen, also dem
himmlischen Skipper ihr eigenes Lebensschiffes anvertraut haben. Das war
buchstäblich „christliche Seefahrt“.

Wer so festen Boden unter
den Füßen hat, der kann sich auch unter das Kommando einer Bootsfrau
begeben. Nadine, eine schlanke Zwanzigjährige, gab nicht nur
selbstbewusst die richtigen Segelkommandos, sie konnte auch zupacken wie
ein Kerl. Vincent, ihr Chef und Skipper, hat das Schiff jederzeit sicher
im Griff und war zusammen mit seiner Matrosin für manches Abenteuer gut.
Dazu gehörten Schlauchboot-Surfen genauso wie das Trockenfallen des Schiffs
bei Ebbe auf einer Sandbank. Der anschließende Wattspaziergang zeigte die
Grenzen des Machbaren auf, als die Flut schnell stieg. Für sächsische
Landratten war das eine eindrückliche Erfahrung.
Was bleibt? Natürlich
viele nicht alltägliche Eindrücke von einer Reise mit und auf den
Elementen. Zudem eine zusammengewachsene Männer-Gemeinschaft, die in
sieben Tagen alles miteinander teilte – auch die Arbeit in der Küche
und das Reinigen der Klos. Besonders wichtig die Einsicht: Kinder sind zu
aller erst (ein) Segen! Das wollen Männer ihren Jungs sagen und zeigen.
Schließlich bleiben Männer auch als Väter Kinder, am besten
Gottes-Kinder und Glaubens-Väter.
Thomas Lieberwirth
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