Männerarbeit der Ev.-Luth.
Landeskirche Sachsens
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17. - 25. August 2007 


auf dem Segler "Store Baelt"
im westfriesischen Wattenmeer (Holland)



34 Männer von elf bis 66 Jahren im holländischen Wattenmeer

„Kinder kriegen die Leute immer.“ Dieser Satz Konrad Adenauers stimmt – wie wir heute wissen – so nicht (mehr). Schon in alttestamentlichen Zeiten litten Menschen unter unfreiwilliger Kinderlosigkeit. Zum Beispiel Hanna (1. Sam. 1) – sie klagt Gott dieses Leid. Nur die Männer um sie herum verstehen sie nicht, weder Elkana, ihr Ehemann, noch Eli, der altersschwache Priester. Aber die beiden mühen sich redlich Hanna mit Worten zu trösten, und das mit einem gewissen Erfolg.
Dann aber wird die bisher kinderlose Außenseiterin der damaligen Gesellschaft doch noch schwanger und bringt ihren Sohn Samuel zur Welt. Was für ein Segen! Aus ihm wird ein Gottes-Mann mit besonderem Auftrag für die Nation Israel. Zunächst aber muss er als Junge bei Eli lernen, wie man(n) Gott richtig versteht. Das ist auch für den alt gedienten Eli keine einfache Lektion! Und schließlich wird Samuel im Alter (wie sein Lehrmeister Eli übrigens auch) feststellen, dass seine eigenen Söhne ganz andere (gottlose) Wege gehen. Für gläubige Männer mit Sicherheit eine schmerzhafte Erfahrung.

Diese alte Geschichte mit all ihren Facetten war der Hintergrund für die Gespräche mit den 34 jungen und gestandenen Männern. Was haben sie empfunden, als sie das erste Mal Vater wurden? Wie haben sie ihr Kind begleitet hinein ins Leben? Was sind ihre väterlichen Gedanken im Blick auf die Zukunft der heranwachsenden Männer? Wie lang lassen Väter die Zügel ihrer Söhne, was vermitteln sie ihnen? Woran sollen die Heranwachsenden glauben?

Da ist so ein Segelschiff für eine Woche nicht nur Quartier, „Kirche“, Verkehrmittel und Abenteuererlebnis. Vielmehr wird es auch zu einem Symbol für das (Männer-)Leben selbst. Wenn es den Hafen verlässt, wohin steuert der Kapitän? Er sollte sich auskennen in den fremden Gewässern mit den Untiefen des Lebens! Wie will Mann sein Ziel anlaufen, wenn der Wind dem Kurs entgegensteht?
Wichtige Fragen mit spannenden Antworten, die sich die Männer auch gegenseitig gegeben haben. Da war der Abend über die zukünftigen Frauen der Söhne. Letztere hatten sich in einer eigenen Gruppe Gedanken darüber gemacht – die Väter ebenfalls. Erstaunlich, welche „Kriterien“ dann gemeinsam vorgetragen wurden über Liebe, Vertrauen, Aussehen, Bildung und Lebensüberzeugung. Die Jungs wissen durchaus, was sie wollen, da kann Mann sich als Vater freuen. Ganz stark war der Abend in der Dämmerung an Deck, als Männer erzählten, wie sie zum Glauben kamen, also dem himmlischen Skipper ihr eigenes Lebensschiffes anvertraut haben. Das war buchstäblich „christliche Seefahrt“.

Wer so festen Boden unter den Füßen hat, der kann sich auch unter das Kommando einer Bootsfrau begeben. Nadine, eine schlanke Zwanzigjährige, gab nicht nur selbstbewusst die richtigen Segelkommandos, sie konnte auch zupacken wie ein Kerl. Vincent, ihr Chef und Skipper, hat das Schiff jederzeit sicher im Griff und war zusammen mit seiner Matrosin für manches Abenteuer gut. Dazu gehörten Schlauchboot-Surfen genauso wie das Trockenfallen des Schiffs bei Ebbe auf einer Sandbank. Der anschließende Wattspaziergang zeigte die Grenzen des Machbaren auf, als die Flut schnell stieg. Für sächsische Landratten war das eine eindrückliche Erfahrung.

Was bleibt? Natürlich viele nicht alltägliche Eindrücke von einer Reise mit und auf den Elementen. Zudem eine zusammengewachsene Männer-Gemeinschaft, die in sieben Tagen alles miteinander teilte – auch die Arbeit in der Küche und das Reinigen der Klos. Besonders wichtig die Einsicht: Kinder sind zu aller erst (ein) Segen! Das wollen Männer ihren Jungs sagen und zeigen. Schließlich bleiben Männer auch als Väter Kinder, am besten Gottes-Kinder und Glaubens-Väter.

Thomas Lieberwirth

 


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