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Die Parallelen zum „richtigen“ Leben liegen auf der Hand: Rückenwind ist selten im Leben. Mit allen anderen Windrichtungen zurechtzukommen und dennoch das Ziel sicher anzusteuern - das ist die Kunst. Skipper Heine und sein Bootsmann Jörg beherrschen es, das war bei jeder Tagesetappe zu erleben. Und jeder hatte selbst etwas dazu beizutragen: beim Segel hochziehen oder reffen, beim Fänder halten zum Anlegen im Hafen, beim Kochen und Servieren für die Mahlzeiten, beim „Klar-Schiff-machen“. Stürmisch und unbequem waren bisweilen auch die Gespräche zwischen Jungen und Vätern inklusive eines Großvaters. Wie läuft es zwischen den verschiedenen Männergenerationen? Zum Beispiel zwischen Geschwistern wie Jakob und Esau beim Wettlauf um den Erb-Segen ihres Vaters Isaak? Oder zwischen Vater Ruben und seinen Kindern (Jakobs Enkeln), als der sie seinem Vater Jakob als „Geisel“ verpfändet? Oder bei Gideon, der gegen seinen Vater handelt und trotzdem von ihm verteidigt wird gegen den aufgebrachten Mob? Oder bei Abraham und Isaak auf ihrer einsamen Wanderung auf jenen Berg anlässlich des unglaublichen Gottes-Auftrags (den man[n] in der Bibel am liebsten übergehen würde)? Das Motto der gemeinsamen Männer-Tage „... das hat mein Vater gut gemacht (?)“ war schillernd, widersprüchlich, nicht eben immer harmonisch!. Aber es wäre schön, wenn Mann das im Leben - wenigstens einmal - dankbar sagen kann! Vielleicht gar so, wie der junge Mann aus der berühmtesten Väter-Geschichte der Bibel (Lukas 15). Wie sehr sich Väter Gedanken um sich und ihre Jungen machen, das belegen neben den ganz ungeplanten Gesprächen auch die anderen „großen Themen“. In der maritimen Atmosphäre der Schiffsmesse standen da zur Debatte: Wie erleben Väter die Unterschiedlichkeit ihrer Kinder? Wie kommen Väter in ihren Berufen zurecht, welche Erfahrungen dazu wollen sie ihren Jungen weitergeben? Was haben Männer zu beachten, wenn sie ihre Gesundheit nicht verschleißen wollen? Wie verstehen und erfahren Männer Gottes Wort? Mancher Vater wird da etwas bewundernd (vielleicht so gar neidisch?) auf den 64jährigen Großvater geblickt haben, der mit seinem 15jährigen Enkelsohn so ganz entspannt die Tage genoss. Ihr Verhältnis strahlte für jedermann eine besondere Harmonie aus - zwei Typen, die sich offensichtlich richtig gern haben. Und dann gab es den unerwarteten behördlichen Gegenwind: der Kapitän wurde mit samt seinem Schiff polizeilich aus deutschen Gewässern verwiesen. Grund: holländische Genehmigungen für das Schiff zum Segeln im Wattenmeer gelten in Deutschland (noch lange) nicht. Was in den Niederlanden zum Binnengewässer gehört, ist hierzulande „offene See“. Und deshalb brüten deutsche Behörden seit Monaten über den eingereichten Dokumenten des Skippers - bisher ohne positives Ergebnis. Trotzdem verlor Skipper Heine nicht die Freude an seiner Arbeit für seine Passagiere. Er ankerte über nacht nahe einer Sandbank, bootete die Männer aus zum Wattspaziergang und lieferte alle pünktlich zum Besatzungswechsel in Groningen am wartenden Reisebus ab. Obwohl er erst im Dezember Vater wird, hat er sich für die sächsischen Männer als ein erstklassischer Segel-Vater erwiesen. Das hat er wirklich gut gemacht!
Thomas Lieberwirth |
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