Vater-Tochter-Freizeit in Schmiederberg im Februar 2004

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Töchter sind anders - Väter auch!
Dieser Verschiedenartigkeit nachzugehen, war ein Ziel der Rüstzeit für Töchter (ab 15 Jahren) und Väter an einem Wochenende im Februar - veranstaltet durch die Männerarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens im Martin-Luther-King-Haus, Schmiedeberg.

Interessant schon die Vorstellungsrunde: wie sprachgewandt Töchter ihre Väter in der Gruppe vorstellen konnten! - Aus unterschiedlichen Lebenssituationen kamen sie: der Stiefvater, der den „guten Draht“ zur in die Ehe gebrachten Tochter verbessern wollte. Alleinerziehende Väter mit Töchtern - und mit Sorgen. Andere aus „normalen“ Familien. Doch alle mit Erwartungen, die Kontakte zueinander zu pflegen, zu erneuern oder zu vertiefen. Erstaunlich, mit welcher Offenheit schwierige Lebenssituationen skizziert wurden. Kam etwa daher das Gefühl der Verbundenheit?

Die Töchter hatten am Sonnabend locker zwei Blätter mit Aussagen gefüllt zur Frage: „was habe ich als Tochter dem Vater gegeben?“ - Antwort: Ihm z. B. das neue Zeitalter „nahe gebracht“ (Musik, Handy, Internet...), auch Beistand in schwierigen Zeiten und: „auf uns stolz zu sein“. Sie fragten weiter: „Was habe ich als Tochter vom Vater erwartet?“ Allerhand! Nur dies sei verraten: das positive Vorbild, bedingungslose Liebe und dass er „über seine Gefühle offen redet“. (!!!) In gleicher Zeit schafften Väter ein Blatt mit halb so vielen Beschreibungen. Das ist sicher keine Aussage über den Wert der Aussagen, aber interessant ist es doch! Für mich war der nachfolgende sehr engagierte Tochter-Vater-Austausch zu diesen Themen spannend - denn die Töchter waren in ihren Überzeugungen echt stark. Erst hatten sie einen schützenden Raum zur eigenen Klärung und dann Gelegenheit, in der Gruppe vor ihrem Vater und den Vätern sich zu positionieren. Gespräch zwischen den Generationen und quer durch Familien!

Am Nachmittag gab es mit Vater-Tochter-Denkzetteln bei Sonne und Schneelandschaft Fortsetzung der Gespräche auf dem Weg im ganz persönlichen Rahmen als Tochter Vater Gespann. Die nie gestellten Fragen an den Vater (mit „Antwortzwang“ der Väter) hatten dann im Schutz und in der Ruhe des Abends ihre Chance...

Unterschiede im Erwarten und Erleben kamen so neu in den Blick - auch mit einem biblischen Text von Laban, der die Erwartungen seiner Töchter zugunsten seines Geschäftes grob missachtete. (1. Mose 29)

So waren die Impulse vom Wochenende für Töchter, wie für Väter gleichermaßen Herausforderung und Hilfe zur Reflexion und Gestaltung der jeweils eigenen Rolle. Ein Vater in der Abschlussrunde konnte es so sagen: „Mir ist ein Licht aufgegangen, dass ich bei meiner Tochter einen „Stein im Brett“ habe.“ - Ein (versteckter) Motivationsschub? Gewiss! Bleibt zu hoffen, dass sich noch viele Töchter und Väter - in aller Unterschiedlichkeit - zu gemeinsamen (Lebens)Wegstrecken herausfordern lassen.

Ulrich Müller

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