Männerarbeit der Ev.-Luth.
Landeskirche Sachsens
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2:0 für Vater & Sohn
VATER-SOHN-FUSSBALL-WM-CAMP
23. - 25. Juni 2006 
in der Landessportschule Werdau



Kein Abseits für Väter und Söhne

Fußball-WM-Camp der Männerarbeit in der Landessportschule Werdau

„Ich habe niemals gebetet, um zu gewinnen oder ein Tor zu machen. An erster Stelle wollte ich frei von Verletzungen bleiben. Und dann habe ich Gott gebeten, dass das Spiel nicht 0 : 0 endet.“

Pelé im Rückblick auf seine große Karriere (aus Freie Presse vom 17.6.06)

Ein faires Gebet eines legendären Fußballers: nicht um den Sieg betete Pelé, aber er kämpfte darum - mit viel Erfolg. Darum geht’s im Sport - und im Glauben. Denn „der Preis ist heiß“ - das schreibt Paulus, wenn er Christen mit antiken Leistungssportlern vergleicht (1. Kor. 9, 24-27). Und er lässt keinen Zweifel daran, dass der himmlische Preis im Gegensatz zu irdischen Lorbeeren unvergänglich ist. Das leuchtet auf Anhieb nicht jedem ein, und die kleinen und großen Männer des Vater & Sohn-Fußball-WM-Camps hatten anfangs einige Mühe das klar zu kriegen, was Mann sich darunter vorzustellen hat.

Das hindert die Teilnehmer nicht, für den Sieg im Fußball-Turnier am Samstag alles zu geben. Da kombinierten Jungen und Väter manch sehenswerte Spielzüge. Kein Spiel endete unentschieden - und auch neunjährige Kicker waren neben „Männern in den besten Jahren“ als Stürmer erfolgreich. Sogar die Sonne hatte großen Spaß und strahlte vom Himmel! Das anschließende (Entspannungs-)Bad im Pool der Landessportschule sorgte für die nötige Abkühlung, bevor sich die Gemüter beim TV-Ereignis Deutschland - Schweden in kürzester Zeit vor dem Fernseh-Großbild dank einer erfolgreichen Nationalmannschaft vor Freude erneut erhitzten.

 

Unter dem Slogan „kein Abseits“ begann der Sonntag mit einem Fußball-Gottesdienst. Ein junger Ballartist erklärte druckreif in einem Satz diese populäre, aber nicht ganz einfache Spielregel. Und ein Vater erzählte dann von seiner Abseits-Erfahrung als arbeitsloser Familienvater, wie er tagsüber die Öffentlichkeit mied. Es ist schlimm - wenn man(n) dort steht, wo nichts mehr zählt, wenn „abgepfiffen“ wird. Man(n) ist plötzlich mittendrin „draußen“. Wer bringt einen dann wieder ins Spiel?

Jesus holt den verrückten Mann in Gerasa (Lk. 5, 1- 20) wieder zurück ins Spiel des Lebens, bei ihm soll niemand „abseits“ bleiben. Wie das geht, zeigte auch der Film über den kleinen afrikanischen Jungen Bando. Der wollte Fußballer werden. Gut war er, ein richtiges Talent, aber zu klein, zu arm und manchmal einfach am falschen Platz. Bis ihn ein „großer Bruder“ entdeckt, ihn fördert. In einer Fußballschule findet er einen strengen, aber fairen Trainer. Der bringt ihn buchstäblich ins Spiel und seine Fähigkeiten zur Entfaltung.*

Genau das galt auch für alle bei den beiden Abschlussspielen: Zunächst elf Söhne gegen acht Väter - nach dem 1:0 war der Ehrgeiz der „Alten“ geweckt. Am Ende stand es 1:3. Beim End-Spiel gemischter Mannschaften mussten ein paar Jungs aufgemuntert, sogar ein bisschen getröstet werden.
Die 6:2-Niederlage der einen kratzte doch ganz schön an mancher jungen Spielerseele der unterlegenen Elf. Die Urkunden samt Preise für alle Mannschaften (und damit jeden Spieler) ließen die Niederlage schnell vergessen. Einig war man(n) sich am Ende: So ein Fußball-Wochenende soll auch ohne Weltmeisterschaft wieder stattfinden. Die Väter hatten dabei wohl auch die intensive Männer-Runde am späten Samstagabend über Fragen väterlicher Verantwortung im Blick. Es war ein wichtiger Erfahrungsaustausch - schließlich wollen Männer ihre Kinder erfolgreich „coachen“, damit sie Gewinner werden - im Leben und im Glauben.

 

* Film „Bando und der goldene Fußball“

 

Thomas Lieberwirth


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